Position

Gesellschaft & Soziales

Das Land Vorarlberg hat in der Wachstumsphase der letzten Jahre einen qualitativ hochwertigen sozialen Standard geschaffen. Ermöglicht wurde dies durch eine kontinuierliche Erhöhung der Mittel für den von Land und Gemeinden finanzierten Sozialfonds. Diese haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und werden im Jahr 2013 die 250 Millionen Euro-Grenze überschreiten. Tendenz weiter steigend! Die Risiken liegen vor allem in einer angebotsorientierten Weiterentwicklung sozialer Leistungen und in einem zu stark differenzierten Produktkatalog des Sozialfonds. Weiters erschweren die mangelhaften vertraglichen Grundlagen mit den anbietenden sozialen Wohlfahrtseinrichtungen die Steuerung durch das Land. Die bestehende Förderpraxis für die Errichtung von Pflegeheimen erschwert die Entwicklung eines regional abgestimmten und differenzierten Angebots. Einzelne Leistungen erreichen nicht die gewünschte Zielgruppe und sind daher wirkungslos. Fehlende bzw. abgeschaffte Selbstbehalte erhöhen die Nachfrage und führen zu ständigen Forderungen nach einem Ausbau sozialer Leistungen. Die gesellschaftlichen Entwicklungen sind mit hohen sozialen Risiken und einem Verlust von  Eigenverantwortung verbunden. Der Produktkatalog ist zu straffen und laufend zu evaluieren. Mit den Anbietern sind detaillierte vertragliche Vereinbarungen zu treffen, die eine Steuerung sozialer Leistungen durch den Sozialfonds ermöglichen. Der Ausbau der Altenpflege sollte in regional abgestimmten und vernetzten Betreuungsformen und -strukturen erfolgen.