Prüfungsbericht

ABF - Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch

Zusammenfassung der Ergebnisse

Entwicklung der ABF weist in den letzten Jahren wenig Dynamik auf

Die Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch (ABF) ist ein gemeinnütziger Verein der 24 Gemeinden des Bezirks Feldkirch. Vereinszweck ist die Wiedereingliederung langzeitarbeitsloser Menschen in den Regelarbeitsmarkt. Die wesentlichen Geschäftsbereiche der ABF sind die Holzproduktion sowie die Mikroverfilmung und Digitalisierung. In der Arbeitsgemeinschaft Prolog werden gemein­sam mit der Lebenshilfe und der Integra Assembling und Verpackungsarbeiten ausgeführt. Die Geschäftsbereiche veränderten ihr Angebot in den letzten Jahren kaum. Neue Geschäftsbereiche wurden nicht aufgebaut. In den Geschäftsbereichen gab es starke Schwankungen der Umsatz- und Ergebnisbeiträge. Zudem besteht eine hohe Abhängigkeit von wenigen Schlüsselkunden.

Mit 37 Plätzen und rund 225 Beschäftigten ist die ABF ein mittelgroßes gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt (GBP). Förderungen sind mit 57 Prozent ein wesentlicher Teil der Erträge der ABF. Im Jahr 2012 haben das Arbeitsmarktservice (AMS) rund € 1,0 Mio. und das Land Vorarlberg € 336.000 an Förderungen an die ABF ausbezahlt.

Umstellung des Fördersystems stellt alle GBP vor große Herausforderungen

In Vorarlberg arbeiteten im Jahr 2012 rund 1.000 langzeitarbeitslose Personen oder Personen mit Vermittlungseinschränkungen in sieben gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten. Im Jahr 2012 wurden dafür Fördermittel in Höhe von € 7,76 Mio. eingesetzt. Die Förderung der Projekte erfolgt zu drei Viertel durch das AMS, zu einem Viertel durch das Land.

Im Jahr 2011 wurde das Fördersystem vom AMS umgestellt. Um Fördermittel zu reduzieren und mehr Personen in den Arbeitsprojekten unterzubringen, wurde vor der Beschäftigung als Transitarbeitnehmer ein Arbeitstraining eingeführt. Die Fördermittel für alle GBP wurden vom Jahr 2010 auf das Jahr 2011 um rund 15 Prozent gekürzt. Durch die Umstellung des Fördersystems wird es für die GBP schwerer, die Qualität bei der Beschäftigung, Qualifizierung und Begleitung zu halten. Zudem wird es schwieriger, die Qualität der Leistung gegenüber dem Kunden sicherzustellen und die geplanten Umsatzerlöse zu erzielen.

Rolle der GBP ist im Rahmen der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen neu zu definieren

Durch die Einführung des sechswöchigen Arbeitstrainings und die vorgegebenen erhöhten Eintrittsziele wurden in allen GBP rund 20 Prozent mehr Personen beschäftigt als vor der Umstellung des Fördersystems. Damit verbunden waren allerdings eine starke Verkürzung der durchschnittlichen Verweildauer und ein deutlich erhöhter Administrationsaufwand. Die Anzahl der geförderten Schlüsselkräfte blieb gleich.

Ziel des AMS ist es, eine möglichst große Anzahl von Personen in den GBP zu platzieren. Demgegenüber sind die Träger der GBP bestrebt, eine bedarfsgerechte Beschäftigung, Qualifizierung und Begleitung zu gewährleisten. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den angestrebten Vermittlungserfolg zu erzielen. Derzeit erfolgt auch die Zuweisung der Personen in die GBP durch die Geschäftsstellen des AMS nicht optimal. Erste Gespräche über die kurzfristige Optimierung der Förderparameter und die Zuweisungspolitik haben bereits zwischen Vertretern der GBP und dem AMS stattgefunden. Durch die Änderung des Fördersystems ist es allerdings notwendig, den grundsätzlichen Auftrag der GBP im Rahmen der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen neu zu definieren.

Eine Zusammenführung der GBP im Oberland ist anzustreben

Im Unterland wurden drei kleinere GBP in der Integra integriert und das Management professionalisiert. Im Oberland wurde eine Zusammenlegung zwar bereits diskutiert, aber bis dato noch nicht realisiert. Die Änderung des Fördersystems und die damit verbundenen Budgetrestriktionen verschärfen die Nachteile kleiner Einrichtungen. Dementsprechend ist eine Fusion der GBP der aqua mühle, ABO und ABF anzustreben. Ziel muss es sein, die Strukturkosten zu reduzieren, die Wirtschaftlichkeit der Projekte zu erhöhen und die Qualität des Angebots zu verbessern. Für die Arbeitsgemeinschaft Prolog muss eine eigene Lösung gefunden werden.

Die Vorteile eines größeren GBP überwiegen. Die Förderung für Qualifizierung und Begleitung kann bedarfsgerechter erfolgen. Die Leiter der Geschäftsbereiche und die zentrale Personalkoordination haben die Möglichkeit, den Personaleinsatz in den Geschäftsbereichen flexibler zu planen. Zudem sind die vom AMS zugewiesenen Personen zielgruppengerechter einsetzbar. Erfahrungsgemäß sind auch die Aufgaben der Geschäftsführung und Administration effizienter zu erbringen. Dadurch entsteht mehr finanzieller Spielraum für die Kernaufgaben.