Prüfungsbericht

Arbeitsinitiative Bezirk Feldkirch (ABF)

Zusammenfassung der Ergebnisse

Der Landes-Rechnungshof prüfte die Gebarung der ABF – Arbeits­initiative für den Bezirk Feldkirch und stellte Vergleiche mit den Trägern ARB – Arbeitsinitiative Regio Bodensee, DOWAS – Der Ort für Wohnungs- und Arbeitssuchende und Caritas der Diözese Feldkirch an. Schwerpunkte des Benchmarking waren die Beschäftigungsprojekte, deren Finanzierung sowie die Evaluierung der Erfolgsfaktoren.

In Vorarlberg gibt es neun Träger von Beschäftigungsprojekten. AMS, Land Vorarlberg und Sozialfonds fördern diese Projekte mit € 5,9 Mio. Das Projektangebot, die Zuweisung und die Finanzierung sollten stärker auf die Bedürfnisse einzelner Zielgruppen abgestimmt werden.

In Beschäftigungsprojekten werden langzeitarbeitslose und/oder schwer vermittelbare Menschen in ihrer Lebenssituation stabilisiert und auf den Wiedereinstieg in den Regelarbeitsmarkt vorbereitet. Im Jahr 2002 wurden in den Beschäftigungsprojekten gesamt 217 Transitarbeitsplätze und 44 Schlüsselkräfte gefördert.

Das AMS ist der wesentliche Fördergeber und verfügt neben eigenen Mitteln auch über Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Fördervolumen des AMS wurde für das Jahr 2002 mit rund € 4,4 Mio veranschlagt. Das AMS fördert überwiegend nach dem einheitlichen Modell für Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte (GBP).

Das Land Vorarlberg und der Sozialfonds treten als Kofinanziers auf. Steuerung, Kontrolle und Evaluierung werden vom AMS wahrgenommen. Die Förderung durch das Land Vorarlberg inklusive Sozialfonds beträgt  rund € 1,5 Mio bzw 25 Prozent des gesamten Fördervolumens. Vorarlberg ist das einzige Bundesland, das aktiv Fördermittel für Beschäftigung einsetzt.

Die Zielgruppe der Beschäftigungsprojekte ist aufgrund der vielfältigen Ursachen für Langzeitarbeitslosigkeit heterogen. Das bestehende Projektangebot sowie die Zuweisungs- und Förderpraxis berücksichtigen diese Unterschiede zu wenig. Die Ausweitung des Klientenkreises der Clearing-Stelle, die stärkere Differenzierung der Projekte und deren Finanzierung sowie die Evaluierung über einen längeren Zeitraum wäre zweckmäßig.

Die ABF ist ein gemeinnütziger Verein der 24 Gemeinden des Bezirkes Feldkirch. Die gute Vernetzung mit den Gemeinden ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Organisation und Führung sind auf einem relativ hohen Entwicklungsstand.

In fünf Betriebsstätten werden 55 Transitarbeitsplätze und elf Arbeits­plätze für Schlüsselkräfte gefördert. Die ABF ist mit der Besetzung von Marktnischen und den unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für Transitarbeitnehmer gut positioniert. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Waldpflege, Verpackung und Mikroverfilmung.

Die  Förderungen von AMS und Land haben sich von gesamt € 0,55 Mio im Jahr 1998 auf geplante € 1,22 Mio im Jahr 2002 erhöht. Der Eigenfinanzierungsgrad ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Umsatzerlöse betrugen im Jahr 2002 € 577.000 und lagen somit bei rund einem Drittel der gesamten Erträge.

Instrumente zur Planung und Steuerung der ABF sind gut entwickelt. Die ABF führt insbesondere eine Langzeitbeobachtung durch. Dadurch geht die Evaluierung über die vom AMS vorgegebenen Kriterien wie Vermittlungsraten und Abbrecherquoten im Projekt hinaus.

Die Träger der Beschäftigungsprojekte agieren weitgehend autonom. Die Koordination bei Beschäftigung, Qualifizierung und Sozialbetreuung sowie die Kooperation bei den zentralen Diensten ist bei den Trägern ausbaufähig. Die Effektivität und Effizienz des Outplacement sollte erhöht werden.

Die Trägerstruktur des Vereines ARB ist grundsätzlich positiv, die Vernetzung mit den Gemeinden ist noch nicht ausreichend gelungen. Beschäftigungsschwerpunkte bilden Tischlerei, Handwerk und Haushaltsservice. AMS und Land fördern im Jahr 2002 21 Transitarbeitsplätze und 4,67 Schlüsselkräfte mit gesamt € 576.000. Vor Eintritt des neuen Geschäftsführers haben Managementdefizite auch zu Finanzierungsengpässen geführt. Im Zuge der Konsolidierung sollten Synergiepotentiale mit anderen Beschäftigungsprojekten genützt werden.

Das Beschäftigungsprojekt des DOWAS entstand im Jahr 1983 aus der Integration von Randständigen. Die Förderung von AMS und Land betrug im Jahr 2002 rund € 468.000. Im Jahr 2003 wird die AMS-Förderung für die 14,4 Transitarbeitsplätze und die 4,3 Schlüsselkräfte umgestellt. Sozialbetreuung und Qualifizierung „on the job“ müssen eingeschränkt werden, die Nachbetreuung ehemaliger Transit­arbeitnehmer ist im bisherigen Ausmaß nicht mehr finanzierbar. Die wirtschaftlichen Probleme der Ver­gangenheit bedürfen auch künftig einer verstärkten Überwachung durch die Geschäftsführung.

Die Caritas startete das erste Arbeitsprojekt im Jahr 1991. Schwerpunkte liegen in der Altkleidersortierung, im Gebrauchtwarenverkauf sowie in Handwerks- und Tischlerarbeiten. In sechs Arbeitsprojekten werden durch AMS und Land 52 Transitarbeitsplätze und 11,6 Schlüsselkräfte in Höhe von € 1,58 Mio gefördert. Die Caritas hat auch das Outplacement für die Beschäftigungsprojekte im Unterland übernommen.