Prüfungsbericht

Haus der jungen Arbeiter

Zusammenfassung der Ergebnisse

Das Haus der jungen Arbeiter wurde Ende der 50er Jahre als Wohnheim für arbeitende Männer gegründet. Heute ist das Haus der jungen Arbeiter mit zwei Vereinen und einer gemeinnützigen GmbH in unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig. Die Einrichtungen des Hauses der jungen Arbeiter haben sich zu tragenden Sozialprojekten im Bezirk Dornbirn entwickelt.

Der Verein der Freunde ist für alle Menschen da, die wohnungslos oder in Not geratenen sind. Er bietet im niederschwelligen Bereich Unterkunft, Verpflegung und Betreuung mit einer Kapazität von 195 Betten in einem Wohnheim und in mehreren Wohngemeinschaften an. Im März 2009 wohnen 139 Personen in der Einrichtung, davon sind 20 Prozent Frauen. Im Vergleich zu anderen Institutionen wird auch Sucht wie Alkohol oder Drogen akzeptiert. Finanziert wird die Wohnungslosenhilfe zu 56 Prozent aus dem Sozialfonds des Landes Vorarlberg.

Der Verein Arbeitsprojekt ist ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt, das zu 60 Prozent von Arbeitsmarktservice und Land finanziert wird. Bewilligt sind gesamt 55 Transitarbeitsplätze, von denen 21 ausschließlich vom Land gefördert sind. Im Jahr 2008 wurden insgesamt 121 Personen beschäftigt, die langzeitarbeitslos sind oder Vermittlungseinschränkungen aufweisen.

Der Neuen Welt GmbH gehört das Wohnheim in Dornbirn und das Haus Maria Rädler in Hard. In diesem Haus befinden sich 18 Wohnungen, die vermietet sind. Die Verwaltung wurde im Jahr 2008 an eine Immobiliengesellschaft übertragen.

Das Haus der jungen Arbeiter wurde seit seiner Gründung von der Persönlichkeit des Kaplans Emil Bonetti geprägt. Er agierte als Geschäftsführer, als Seelsorger und auch als Betreuer. Nach seinem Tod mussten Lücken geschlossen und die Geschäftsführung neu geregelt werden. Im Juli 2007 hat der Vorstand einen Geschäftsführer bestellt. Dieser hat sich in den letzten beiden Jahren überwiegend mit der künftigen Ausrichtung des Hauses und seiner Rechtsträger sowie mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung von Führungs- und Steuerungsinstrumenten befasst.

Die Neuausrichtung der Wohnungslosenhilfe sieht vor, das stationäre betreute Wohnen von derzeit 195 auf 120 Betten zu reduzieren und den Anteil der Asylanten abzubauen. Weiters hat das Land die ambulante Betreuung für den gesamten Bezirk Dornbirn im Mai 2009 dem Haus der jungen Arbeiter übertragen. Dieses Geschäftsfeld ist neu aufzubauen.

In den vergangenen Jahren wurden keine Investitionen im Wohnheim vorgenommen. Der Wohnstandard entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Vorstand plant daher, das Wohnheim umzubauen oder am bestehenden Standort neu zu errichten. Eine erste Schätzung ergab ein Investitionsvolumen von € 5,3 Mio. Als Grundlage für die Investition und die Abstimmung mit dem Land muss ein differenziertes Betreuungskonzept vorliegen, das in einem Raumkonzept abgebildet wird.

Das vorliegende Konzept differenziert noch nicht ausreichend, beinhaltet einen nahezu einheitlichen Wohnstandard und erfordert somit eine relativ hohe Investition. Die Höhe der Investition, deren Finanzierung und die Miete für das Wohnheim sind bestimmende Faktoren für die künftige Tarifgestaltung. Dementsprechend sind die Geldmittel des Vereins weitgehend für die Finanzierung der Investition einzusetzen und das Bauvorhaben so zu gestalten, dass die Miete nicht zum Tariftreiber wird. Die Details sind in einer schriftlichen Vereinbarung mit dem Land zu regeln. Aufgrund des baulichen Zustands sind auch Sanierungen in den anderen Immobilien des Hauses der jungen Arbeiter zu erwarten, die entsprechende Geldmittel erfordern.

Im Zuge der Neuausrichtung einzelner Geschäftsfelder hat sich der Vorstand auch mit der Rechtsform der Träger befasst und eine Neugliederung der Aufgaben vorgesehen. Angestrebt sind eine Trennung von Vermögen und Betrieb sowie eine Bündelung der Wohnungslosenhilfe und der Arbeitsprojekte in einer gemeinnützigen Gesellschaft. Sämtliche Liegenschaftsagenden werden der bestehenden gemeinnützigen Gesellschaft Neue Welt übertragen. Dadurch wird sowohl eine optimale organisatorische Lösung als auch eine rechtlich abgestufte Führung und Kontrolle des Vereins und der Gesellschaften gewährleistet.