Prüfungsbericht

Hypo Equity

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Hypo Equity ist im Private Equity Geschäft in Österreich gut positioniert, hat eine gute rechnerische Performance und verfügt über wichtige strategische Partnerschaften. Der Markt für Private Equity ist allerdings sowohl in Vorarlberg als auch in ganz Österreich limitiert. Das Marktvolumen ist im internationalen Vergleich sehr klein, verzeichnet aber in den letzten Jahren ein starkes Wachstum.

Die 1999 gegründete Hypo Equity stellt mit ihrem Geschäftsmodell Finanzierungsmöglichkeiten für kleinere und mittlere Unternehmen zur Verfügung, die über klassische Bankinstrumente nicht abgedeckt werden. Private Equity hat auch eine volkswirtschaftliche Bedeutung, da Start up- und Wachstumsphasen mit Risikokapital finanziert werden.

Die bisherige Geschäftstätigkeit der Hypo Equity ist eher geprägt von einer historischen, netzwerkbezogenen und personenorientierten Entwicklung als von einer klar präzisierten strategischen Ausrichtung. Die Beteiligungen erfolgen auf Grund des Angebots branchen- und phasenindifferent.

Die Hypo Equity besteht einerseits aus einer Managementgesellschaft, der Hypo Equity Management AG (HEMAG) und andererseits aus einem Basket Fund, der Hypo Unternehmensbeteiligungen AG (HUBAG).

Derzeit wird das Hypo Equity Geschäft aus der HUBAG heraus betrieben. An der HUBAG war die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG (Hypo Landesbank) am 31. Dezember 2004 mit 52 Prozent beteiligt. Das Aktienpaket der Hypo Landesbank hat im Zeitraum 2001 bis 2004 eine Wertsteigerung von 50 Prozent erfahren. Die HUBAG mit der Struktur eines Basket Fund beteiligt sich an anderen Fonds, wie der Hypo Beteiligungs AG (HYBAG), der Athena I und II oder an der Management Trust Holding AG (MTH) rund um Dr Taus. Zum 31. Dezember 2004 waren rund € 37 Mio zu Buchwerten in diese Beteiligungen investiert.

Die bisherigen Investitionen wurden schwerpunktmäßig in der MTH und in sieben Beteiligungen innerhalb der HYBAG getätigt. Diese Konzentration auf wenige Beteiligungen birgt Chancen, aber auch erhebliche Risiken in sich. Der Erfolg der MTH wird wesentlich von zwei Industrie- und einem Handelsunternehmen beeinflusst. Eine breitere Diversifikation der Beteiligungsstruktur und eine Reduktion der heutigen Konzentration bei der MTH ist anzustreben.

Aus steuerlichen Überlegungen beabsichtigt die Hypo Landesbank ihren Anteil an der HUBAG von 52 Prozent auf unter 30 Prozent zu reduzieren. Zu diesem Zweck wurde Anfang 2005 eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund € 10 Mio durchgeführt und der Anteil auf 41 Prozent gesenkt. Um die Anteile auf unter 30 Prozent zu senken, ist eine neuerliche Kapitalerhöhung um rund € 20 bis 25 Mio erforderlich. Die Verdoppelung des Geschäfts stellt sowohl bei der Investorensuche als auch beim Investment in neue Beteiligungen eine große Herausforderung dar. Um keine erhöhten Risiken bei der Investition des neu generierten Kapitals einzugehen, ist besondere Vorsicht in der Auswahl und Abwicklung der Beteiligungen erforderlich.

Der finanzielle Erfolg des bisherigen Hypo Equity Geschäfts ist in der heutigen Beteiligungssammelphase noch nicht umfassend darstellbar. Die Hypo Equity deckt ihre laufenden Kosten schwerpunktmäßig mit Dividenden aus Beteiligungen und Management Fees. Durch die Auflösung von Rücklagen im Jahr 2003 und Aktienverkäufen im Jahr 2004 konnte eine Dividende an die Investoren mit einer Rendite von rund drei Prozent ausgeschüttet werden.

Im internationalen Vergleich der Performance von Private Equity Gesellschaften zählt als Track Record in der Langzeitperspektive die Gesamtperformance, die auch den Wert der erfolgreich realisierten Verkaufserlöse beinhaltet. Die Hypo Equity weist in den Jahren 2002 und 2003 eine Performance von sieben Prozent aus, 2004 eine von 23 Prozent. Da die Hypo Equity noch keine maßgeblichen Verkäufe realisiert hat, ist die ausgewiesene Performance nur rechnerisch ermittelt und beruht auf unterschiedlichen Bewertungsmethoden. Diese Bewertungen sind allerdings unterlegt durch ein Gutachten von Price Waterhouse Coopers (PWC) und durch kürzlich realisierte Finanzierungsrunden. Über diese unterschiedlichen Bewertungsmethoden und Performancedarstellungen müssen sich sowohl die Gesellschafter als auch die Investoren im Klaren sein.

Wesentlich für den Erfolg und die Risikominimierung des Private Equity Geschäfts ist ein professioneller Investmentprozess und eine sorgfältig getroffene Investmententscheidung. Aus Risikoüberlegungen sollten die Entscheidungsgrundlagen für den Aufsichtsrat besser vorbereitet sein und Entscheidungen auf Basis einer intensiveren Auseinandersetzung getroffen werden. Die Governance Standards für Private Equity Gesellschaften in Österreich sollten verbindlich eingeführt werden.

Auf Grund der historischen Entwicklung der Hypo Equity, der Teamgröße und des unterschiedlichen Erfahrungshintergrunds des Teams, ist eine starke Konzentration von Wissen und Erfahrung bei wenigen Personen festzustellen. Die Verbreiterung des Know-hows im Managementteam sowie die Rekrutierung von erfahrenen Investmentmanagern sind kritische Erfolgsfaktoren.