Prüfungsbericht

Landesverband Vorarlberg Tourismus

Zusammenfassung der Ergebnisse

Der Tourismus ist eine der tragenden Säulen der Vorarlberger Wirtschaft und eine wichtige Voraussetzung für eine ausgewogene Landesentwicklung. Dies kommt im Leitziel des Vorarlberger Tourismuskonzeptes 1992 zum Ausdruck.

Das Tourismuspolitische Impulsprogramm Vorarlberg aus dem Jahr 1995 mit einer Evaluierung im Jahr 2000 wurde aufbauend auf den Zielen des Tourismuskonzeptes gestartet, um rückläufigen Nächtigungszahlen und Einnahmen zu begegnen. Das Programm stützt sich auf die vier Säulen Innovation, Kooperation, Technologie und Aus- und Weiterbildung. Wesentlichstes Ergebnis im Bereich der Kooperationen war die Bildung von sechs Destinationen.

Im touristischen Netzwerk nehmen der Landesverband Vorarlberg Tourismus und die Destinationen zahlreiche Aufgaben gemeinsam wahr wie beispielsweise bei Einladungen von Multiplikatoren und Journalisten, im Messewesen, bei Pressekonferenzen etc. Geänderte Rahmenbedingungen machen eine neue Aufgabenteilung notwendig. Das Marketing­konzept 2005 bis 2007 sollte grundlegend neu gestaltet werden.

Die Destinationen sind auf Grund der regionalpolitischen Abgrenzung und der vergleichsweise geringen Größe nur eingeschränkt wettbewerbsfähig. Die Konzentration von Aufgaben und Leistungen ist unabdingbar, um die Professionalität zu erhöhen und Synergien zu schaffen. Funktion und Aufgabenstellung der Destinationen sollten neu definiert, das Destinationssystem deutlich gestrafft werden.

Der Landesverband und die Destinationen wenden gemeinsam rund € 1,7 Mio für die Produktion und den Versand von Werbemitteln auf. Durch die Bündelung von Kompetenzen und die Entwicklung von gemeinsamen Werbemitteln können bereits jetzt Kosten gesenkt und die Mittel effizienter eingesetzt werden.

Das Land Vorarlberg  förderte den Landesverband im Jahr 2002 mit € 2,7 Mio. Die bestehende Form der Förderung sowie die bestehende Rechtsform sind nicht ausreichend geeignet, um den sparsamen und wirtschaftlichen Einsatz der Mittel zu gewährleisten. Maßnahmen zur Optimierung des Mitteleinsatzes sollten gesetzt werden. Auch die Änderung der Rechtsform sollte geprüft werden, um die Entscheidungsstrukturen den Finanzierungsverhältnissen anzupassen.

Der Personalaufwand des Landesverbandes ist in Relation zu den Destinationen hoch. Die Gestaltung des Dienstvertrages mit dem ehemaligen Geschäftsführer verursachte erhebliche jährliche Folgekosten. Der Landesverband weist überdurchschnittlich hohe Aufwendungen für Überstundenabgeltungen auf. Erste kostensenkende Maßnahmen werden im Jahr 2004 eingeleitet. Die Richtlinie des Landes über die Dienstreisenregelung sollte auch auf die Bediensteten des Landesverbandes angewendet werden.

Die Büros des Landesverbandes befinden sich im Tourismushaus in Bregenz. Der außerordentlich hohe m²-Preis, die Größe der Büro­flächen sowie die Nutzung von Büroflächen als Lager verursachen jährliche Mehrkosten in Höhe von mindestens € 48.000. Die Möblierungskosten lagen deutlich über vergleichbaren Standards. Zur Erreichung des Vereinszwecks sind weder die repräsentativen Flächen noch die beste Lage erforderlich. Die Verlegung der Geschäftsstelle sollte geprüft werden.

Rechnungswesen und Controlling sind nicht vollständig entwickelt, erste Maßnahmen zur Verbesserung wurden durch den neuen Geschäftsführer gesetzt.

Es stehen keine ausreichenden Informationen zur Verfügung, die als Basis für die Planung und Überwachung des effizienten und effektiven Ressourceneinsatzes dienen. Projekt- und Marketingcontrolling sollten die Grundlage für künftige operative und strategische Marketingentscheidungen sowie für die Förderung durch das Land Vorarlberg sein.