Prüfungsbericht

Stiftung Jupident

Engagierte Betreuung und Förderung in der Stiftung Jupident

Die Stiftung Jupident fördert und betreut geistig- und körperbehinderte sowie verhaltensauffällige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die engagierten Mitarbeiter stellen das Wohl der Betroffenen in den Mittelpunkt. In den Jahren 2007 bis 2011 hat das Land dafür etwa € 28,4 Mio. aus dem Sozialfonds finanziert. Zusätzlich werden aus dem Landesbudget Mittel für Schule, Investitionen und Mieten bereitgestellt.

Veränderte Rahmenbedingungen erfordern Systemanpassung

Leistungen erbringt die Stiftung Jupident sowohl für die Jugendwohlfahrt als auch für die Integrationshilfe. Die historisch bedingte Differenzierung zwischen diesen beiden Bereichen ist aktuell in vielen Fällen nur schwer oder überhaupt nicht nachvollziehbar. Eine klare Trennung der Indikationen für die Zuordnung zu einem der beiden Bereiche kann nur in den seltensten Fällen vorgenommen werden. In der Vergangenheit wurden separate Angebote für spezielle Bedürfnisse geschaffen, nun wird verstärkt darauf geachtet, die Betroffenen wieder ins Regelsystem zu integrieren und dieses entsprechend zu adaptieren. In An­betracht der veränderten Rahmenbedingungen ist eine Zusammenführung der beiden Systeme anzustreben.

Innovative, individuelle Angebote für Kinder und Jugendliche

Das Leistungsangebot reicht von Wohngruppen über Tagesbetreuung bis hin zu spezifischen Konzepten im Bildungsbereich. Mit der Einführung der flexiblen Betreuung wird verstärkt auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen ein­gegangen. Das neu eingerichtete Case Management ergänzt diese innovative Betreuungsform sinnvoll, indem auch die Rahmenbedingungen für eine Rückkehr ins Herkunftssystem verbessert werden. Das Bildungsangebot ermöglicht Minderjährigen außerhalb des Regelsystems eine Schulbildung abzuschließen sowie sich auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Offene Fragen, die den Lern & Sprachraum betreffen, sind von den Systempartnern im Sinne der betreuten Minderjährigen zu klären.

Vermögenssituation erfordert tragfähige Szenarien für die Zukunft

Die Stiftung Jupident unterscheidet die Bereiche Gutshof sowie Schule und Heim. Mit Ende des Jahres 2011 weist die konsolidierte Bilanz erstmals negatives Eigenkapital aus. Die Vermögenssituation und die Ertragslage sind eingehend zu prüfen. Ob und wie die finanzielle Stabilität wieder erreicht werden kann, ist in einer Prognose darzulegen. Das Kuratorium hat in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde über eine tragfähige Lösung zu entscheiden.

Betriebswirtschaftliche Steuerung ausbauen

In den vergangenen Jahren lag der Fokus der Arbeit auf dem Ausbau und der Verbesserung der Leistungsbereiche. Künftig ist verstärkt Augenmerk auf betriebswirtschaftliche Agenden zu legen. Das Kuratorium ist um einen Ökonomen zu erweitern und der Bereich Betriebswirtschaft zu stärken. Ein wirksames Kosten- und Leistungscontrolling ist zu etablieren. Als Grundlage dafür sind Kostenrechnung und Kalkulationspraxis weiter zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist auch ein aussagekräftiges Berichtswesen aufzubauen. Als Steuerungsgrundlage für das Land bedarf es einer umfassenden Rahmenvereinbarung. Gleichzeitig ist die kaufmännische Handhabung von Aufträgen auf Seiten beider Vertragspartner zu verbessern.