Prüfungsbericht

Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH ist je zur Hälfte im Eigentum des Landes Vorarlberg und der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG. Seit der Gründung im Jahr 1994 hat sich das Aufgabenspektrum der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH gewandelt. Die Neuausrichtung der Gesellschaft an die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist positiv. Der Fokus wurde von aktiver Betriebsansiedlung und Standortmarketing hin zur Innovationsförderung geändert. Hauptzielgruppe sind Industrie- und produktionsorientierte Betriebe.

Für das neue Kerngeschäft „Innovationsförderung“ ist ein Bedarf seitens der Wirtschaft gegeben. Derzeit werden große Projekte initiiert, die auch einen hohen Mitfinanzierungsanteil durch Bundes- und EU-Mittel vorsehen.

Die Entwicklung der Gesellschaft orientiert sich an den wirtschaftspolitischen Vorgaben des Landes. Die Zusammenfassung einzelner Vorgaben zu einem wirtschaftspolitischen Leitbild wäre zweckmäßig. Ebenso sollte die Ausarbeitung eines überregionalen Raumplanungskonzeptes geprüft werden. Dadurch würde eine wichtige Basis für zukünftige Betriebsansiedlungen im Land Vorarlberg geschaffen.

Der Name der Gesellschaft ist mit aktiver Betriebsansiedlung besetzt, für die strategische Neuausrichtung wäre eine Namensänderung zweckmäßig. Dies auch deshalb, da derzeit zwei Namen – Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH und Vorarlberger Technologie- und Transfer-Zentrum (VTTZ) – in der Kommunikation mit den Kunden verwendet werden. Das erweiterte Leistungsangebot sollte verstärkt an die Zielgruppen kommuniziert werden.

Die strategische Stossrichtung der Gesellschaft ist stimmig, die Organisation muss entsprechend der Neuausrichtung weiterentwickelt werden. Ein Businessplan mit finanziellen Eckwerten für die nächsten drei bis fünf Jahre sollte möglichst rasch erstellt werden. Die Kostenkontrolle durch die Geschäftsführung ist zu verstärken.

Die Verlustabdeckung durch die Gesellschafter hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Die Beiträge des Gesellschafters Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG blieben konstant, die Beiträge des Landes wurden entsprechend ausgeweitet.

Budgetierung und Betriebsabgangsdeckung differieren in einzelnen Jahren um bis zu 30 Prozent. Durch Überzahlungen verfügt die Gesellschaft über eine Finanzierungsreserve in Höhe von rund € 399.700 (ATS 5,5 Mio). Künftig sollten die Zahlungen der Gesellschafter stärker an den tatsächlichen Finanzierungsbedarf angeglichen werden.

Ein adäquates Kostenrechnungssystem sollte eingeführt werden, um den Ressourceneinsatz in den Geschäftsfeldern und in einzelnen Projekten transparent zu machen.

In der Vergangenheit kam es zu einem häufigen Wechsel der Geschäftsführer, auch die Fluktuation der Mitarbeiter war relativ hoch. Einzelne Aufwendungen erscheinen überhöht und sachlich nicht gerechtfertigt.

Einzelne Projekte verursachten in der Vergangenheit relativ hohe Kosten und waren mit der strategischen Ausrichtung nicht immer kompatibel. Aufgrund von ähnlichen Geschäftsaktivitäten in der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH und der Fachhochschule (FH) ForschungsgmbH sollten die Aufgaben klar abgegrenzt oder gebündelt werden. 

Die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH wurde in der Vergangenheit immer wieder in diverse Projekte integriert, die nicht direkt dem Kerngeschäft der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH zuordenbar waren. Die Bereinigung des Projektportfolios durch den neuen Geschäftsführer war daher ein erster wesentlicher Schritt.

Die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH ist an der FH-ForschungsgmbH mit 33 Prozent beteiligt. Beide Gesellschaften haben ein ähnliches Aufgabengebiet. Um Doppelgleisigkeiten und Parallelstrukturen zu vermeiden, bedarf es einer laufenden Abstimmung oder Bündelung einzelner Aktivitäten.