Prüfungsbericht

Öffentlicher Personennah- und Regionalverkehr in Vorarlberg

Zusammenfassung der Ergebnisse

Der Öffentliche Personennah- und Regionalverkehr (ÖPNRV) umfasst sowohl den Verkehr auf der Schiene als auch jenen auf der Straße. Für den Betrieb des ÖPNRV in Vorarlberg wurden in den letzten fünf Jahren insgesamt rund € 425 Mio. aufgewendet. Hinzu kommen mehr als € 20 Mio. für Investitionen, die überwiegend in den Ausbau der Infrastruktur im Bereich der Schiene fließen. Die Aufgaben sind auf eine Vielzahl von Systempartnern verteilt, die unterschiedlichste Interessen vertreten. Sowohl die Abteilung Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten (VIa) als auch die Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH (VVV GmbH) neh- men Aufgaben im ÖPNRV wahr.

Das Schienennetz mit einer Fahrleistung von 2,78 Mio. km im Jahr 2010 stellt das Rückgrat des ÖPNRV dar. Mehr als 90 Prozent der Fahrleis- tung erbringt die ÖBB. Dem Bund obliegt es, ein Grundangebot sicherzu- stellen. Angebotsverbesserungen fallen in die Zuständigkeit des Landes. Der Schienenverkehr im ÖPNRV wird zu mehr als zwei Drittel vom Bund finanziert. Seit dem Jahr 2000 trägt das Land die Mehrkosten für den Ausbau des Betriebs. Die Leistungsorientierung im Finanzierungssystem sollte weiter vorangetrieben werden.

Um einen bestmöglichen Kundennutzen erzielen zu können, sollte die Angebotsplanung für den Nah- und Fernverkehr in enger Abstimmung zwischen Bund, ÖBB und Land erfolgen. Derzeit werden Änderungen im Personenfernverkehr so spät mitgeteilt, dass dem Land nur noch ein Reagieren, jedoch kein Agieren mehr möglich ist. Die Nutzung von Opti- mierungspotenzial durch das Land ist daher nur beschränkt möglich. Der Verbundraum des ÖPNRV auf der Straße umfasst derzeit ein Streckennetz von 1.871 km. Die Fahrleistung ist seit dem Jahr 2006 um 39 Prozent gestiegen und betrug im Jahr 2010 rund 19 Mio. km. Das Angebot auf der Straße ist grundsätzlich gut ausgebaut, unterscheidet jedoch nicht zwischen einer notwendigen Grundversorgung und einem darüber hinausgehenden Angebot. Für die Gesamtsteuerung des künfti- gen Ausbaus könnte ein Nahverkehrskonzept einen wesentlichen Beitrag leisten.