Prüfungsbericht

Öffentliches Bibliothekswesen

Zusammenfassung der Ergebnisse

Das Informations- und Publikationswesen befindet sich in einer dynamischen Entwicklung. Das umfassende Angebot an gedruckten Büchern und Zeitschriften wird um elektronische Medien und Datenbanken ergänzt. Immer mehr „Graue Literatur“ der Hochschulen wie Manuskripte oder Lehr- und Lernmaterialien wird elektronisch zur Verfügung gestellt.

Die heutigen Technologien verstärken den Wunsch der Kunden nach Online-Angeboten und themenspezifischer Informationsvermittlung. Die Bibliotheken sind gefordert, die Verfügbarkeit der Medien zu erhöhen, eine Digitale Bibliothek aufzubauen, den dauerhaften Zugriff auf elektronische Medien zu sichern und die Serviceleistung für die Recherche der Kunden auszubauen.

Beschaffung, Absicherung des Zugriffs sowie Archivierung von elektronischen Medien sind mit steigenden Ausgaben und zusätzlichen Investitionen verbunden. Dementsprechend gewinnen Koordination und Kooperation an Bedeutung. Der Leitplan für das Vorarlberger Bibliothekswesen stammt aus dem Jahr 1997 und ist als Grundlage für die strategische Ausrichtung des Bibliothekswesens zu aktualisieren.

Die Vorarlberger Landesbibliothek ist sehr gut etabliert und verfügt auch bei ihren Kunden über einen ausgezeichneten Ruf. Sie verwaltet einen Bestand von geschätzt 535.000 Medien. Der jährliche Bestandsaufbau durch Ankauf beträgt rund 10.000 Medien. Die Weiterentwicklung der Landesbibliothek sollte auf der Basis eines abgestimmten Strategiekonzepts erfolgen. Dieses wäre auch eine wichtige Grundlage für die gezielte Gestaltung der Aufbauorganisation, der Steuerungssysteme und der personellen Ressourcen. Auch die Raumsituation genügt nicht mehr den funktionalen Anforderungen und weist einige Sicherheitsmängel auf.

In den letzten fünf Jahren erwirtschaftete die Landesbibliothek Eigenerträge in der Höhe von durchschnittlich € 68.000. Die Ausgaben sind kontinuierlich auf € 4,88 Mio. gestiegen. Aufgrund der technologischen Entwicklungen werden die Ausgaben zur Absicherung des Kerngeschäfts auch künftig steigen. Bei einzelnen Ausgabepositionen sind kostendämpfende Maßnahmen zu setzen.

Die Vorarlberger Landesbibliothek hat als wissenschaftliche Bibliothek eine gewisse Leitfunktion in der Vorarlberger Bibliothekslandschaft. Bei den E-Medien wird künftig eine verstärkte Kooperation mit der Amtsbibliothek notwendig sein. Mit der Amtsbibliothek steht den Landesbediensteten eine serviceorientierte Einrichtung mit einem Bestand von 65.300 Medien zur Verfügung. Im Jahr 2009 wurden für den Medienankauf insgesamt € 274.000 ausgegeben.

Die Medienbestände der Bezirkshauptmannschaften und des Unabhängigen Verwaltungssenats sind derzeit nicht im Katalog der Amtsbibliothek enthalten. Die zentrale Beschaffung und Katalogisierung wird geprüft. Mit der zunehmenden Technisierung steigen auch die Anforderungen an die Bediensteten der Amtsbibliothek. Diese weist mit 50 Prozent der Personalkapazität einen hohen Anteil an Sozialstellen auf. Neue oder zusätzliche Aufgaben können nur mit einer entsprechenden Ausstattung mit Fachpersonal erfüllt werden.

Das Land Vorarlberg verfügt als einziges Bundesland über eine eigene Landesbüchereistelle. Neben Servicefunktionen, wie der Führung einer Wanderbibliothek, ist sie auch Förderstelle für die öffentlichen Büchereien des Landes.

Im Jahr 2009 wurden Förderungen in Höhe von € 370.000 gewährt. Die Förderabwicklung weist Mängel auf. Durch eine Adaptierung der Förderrichtlinien und der Standards für die Abwicklung können diese künftig vermieden werden. Die indirekt über den Gemeindeverband ausbezahlten Förderungen sollten künftig in Eigenleistung der Landesbüchereistelle abgewickelt werden.