Prüfungsbericht

Landesvermessungsamt Feldkirch

 Zusammenfassung der Ergebnisse

Das Landesvermessungsamt (LVA) ist in die Abteilungen Vermessung und Geoinformation untergliedert und steht in diesen Bereichen als zentraler und kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Durch die Bündelung dieser Kompetenzen kann der kosten- und zeitintensive Aufbau von Spezialwissen sowie die Bindung von Personalressourcen in den einzelnen Fachabteilungen vermieden werden.

Die Vermessungsabteilung koordiniert sämtliche Vermessungsleistungen der Landesverwaltung. Besonders positiv zu bewerten sind die definierten Geschäftsprozesse und Standards. Diese gewährleisten die einheitliche sowie hohe Qualität von Vermessungsleistungen und grenzen Schnittstellen eindeutig ab.

Indem Eigenvermessungen kontinuierlich durchgeführt werden, ist die Abteilung auf dem jeweils aktuellsten Stand der Technik. Interne Arbeitsschritte folgen einem klaren Ablauf und sind gut nachvollziehbar. Auf Initiative des LVA werden bei sämtlichen Bauvorhaben vor Bau Grenzvermessungen durchgeführt. Dies ist in mehrfacher Hinsicht zweckmäßig und sollte daher rechtlich verbindlich verankert werden.

Vergaben werden nach einem einheitlichen Schema abgewickelt. Sämtliche Schritte sind übersichtlich dokumentiert, wodurch die Transparenz erbrachter Leistungen gewährleistet ist. Durch das genaue Spezifizieren von Leistungsumfang und -inhalt wird die Einschätzung und Kontrolle der Aufträge erleichtert. Die vorab durchgeführten Schätzungen des Auftragswertes sind unter anderem wesentlich für die Wahl des Vergabeverfahrens.

Die Aufgaben der Abteilung für Geoinformation sind vielfältig. Sie umfassen sowohl sämtliche Bereiche der Landesverwaltung als auch die Zusammenarbeit zwischen Land und Gemeinden. Geodaten sind nicht nur für Entscheidungsträger eine wichtige Planungs- und Entscheidungsgrundlage, sondern auch für private Nutzer von wesentlicher Bedeutung. Mit Unterstützung der vom LVA durchgeführten Projekte werden komplexe Arbeitsabläufe in der Landesverwaltung wesentlich vereinfacht. Wichtige Informationen stehen dadurch schnell und zielgerichtet zur Verfügung.

Die große Zahl unterschiedlicher Dateneigentümer erschwert vielfach die zentrale Erfassung wichtiger Daten. Das hohe Engagement der Mitarbeiter und tragfähige Kooperationen verschaffen dem Land Vorarlberg zahlreiche wesentliche Datenbestände. Ein wichtiges Ziel des LVA besteht darin, einen flächendeckend vorhandenen Mindestbestand an Geodaten zu gewährleisten. Durch die einheitlich definierten Standards verfügen diese Daten zudem über eine hohe Qualität. Die Gemeinden beteiligen sich lediglich auf freiwilliger Basis an der Zusammenarbeit mit dem Land. Daten stehen je nach Gemeinde in unterschiedlichster Qualität und Quantität zur Verfügung. Durch gemeinsam definierte Themenschwerpunkte werden klare strategische Ziele verfolgt.

Für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Geoinformation fehlen vielen Gemeinden sowohl zeitliche als auch personelle Kapazitäten. Das LVA betreibt zur Unterstützung der Gemeinden intensiven Informations- und Wissensaustausch, der wesentlich zur hohen Qualität im Bereich der Geoinformation beiträgt. Der eingeschlagene Weg der Bewusstseinsbildung wird konsequent und mit großem Einsatz verfolgt.

Mit den bislang durchgeführten Projekten zwischen Land und Gemeinden konnte bereits ein hoher Nutzen erzielt werden. So wurde unter anderem eine Vielzahl an Verfahrensabläufen beschleunigt, vereinfacht und transparent gestaltet. Von den genannten Ergebnissen profitieren nicht nur die verschiedenen Verwaltungsebenen, sondern auch der einzelne Bürger.

Die Landesverwaltung sollte als wesentlicher Entscheidungsträger sowohl über aktuelle Gebäudedaten als auch über einen vollständigen Adressdatenbestand verfügen. Die rechtlichen Grundlagen für die genannten Bereiche sollten daher entsprechend modifiziert werden.