Prüfungsbericht

Schloss Hofen - Gesellschaft m.b.H.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Schloss Hofen – Wissenschafts- und Weiterbildungs-Gesellschaft m.b.H. (Schloss Hofen) wurde im Jahr 1991 durch Ausgliederung des bisherigen Landes-Bildungszentrums aus der Landesverwaltung gegründet. Im Jahr 2006 wurde Schloss Hofen in Folge eines strategischen Verschränkungsprozesses an die Fachhochschule Vorarlberg GmbH (FHV) als deren Tochtergesellschaft abgetreten.

In mehreren Geschäftsfeldern mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten – wie Recht, Wirtschaft, Medizin, Psychologie/Pädagogik, Psychotherapie, Soziale Arbeit – Beratung oder Verwaltungsakademie Vorarlberg – bietet Schloss Hofen zahlreiche Lehrgänge universitären Charakters, Universitätslehrgänge, FH-Lehrgänge zur Weiterbildung oder Seminare und Veranstaltungen an. Die Geschäftsfelder sind gut im Markt verankert und werden laufend weiter entwickelt.

Schloss Hofen arbeitet an einer klaren Positionierung im tertiären Bildungssegment. Auf Basis der derzeitigen Angebotspalette wird eine Fokussierung auf Lehrgänge und eine anspruchsvolle berufliche Weiterbildung angestrebt. Das Strategiekonzept aus dem Jahr 2007 wird jedoch nicht konsequent umgesetzt.

Im Universitätsgesetz 2002 sind Lehrgänge universitären Charakters nicht mehr vorgesehen. Sie laufen mit Ende des Jahres 2010 aus. Ein Teil des bisherigen Angebots von Schloss Hofen verliert damit seine rechtliche Grundlage bzw. seine grundsätzliche Anrechenbarkeit auf ein ordentliches Studium an einer österreichischen Universität.

Die strategische Herausforderung von Schloss Hofen liegt somit in der Absicherung der Markt- und Wettbewerbsfähigkeit der Lehrgänge. Künftig sind verstärkte Kooperationen mit Universitäten wahrscheinlich. Die daraus resultierenden Konsequenzen wie Verlust der Flexibilität, Abhängigkeit in der Gestaltung oder höhere Kooperationskosten sollten in Szenarien dargestellt werden. Neue Bildungsschwerpunkte sind angedacht, jedoch noch nicht als Geschäftsfelder aufgebaut.

Schloss Hofen verfügt über eine tragfähige Aufbauorganisation, die sich in den letzten Jahren bereits bewährt hat. Den Anforderungen der unterschiedlichen Geschäftsbereiche wird dadurch entsprochen. Das Cost-Center-Konzept sollte auch im Veranstaltungszentrum umgesetzt werden.

Der Produktentwicklungsprozess ist definiert und mit der FHV abgestimmt. Rechnungswesen, Controlling und Internes Kontrollsystem sind gut entwickelt, in einzelnen Punkten aber noch verbesserungsfähig. Die Qualitätssicherung der Lehrgänge und Seminare entspricht den allgemein gültigen Standards.

Die Übertragung des Gesellschaftsanteils von Schloss Hofen an die FHV war ein wesentlicher Schritt zu einer besseren Vernetzung dieser beiden Bildungsträger des Landes. Obwohl einzelne Maßnahmen aus dem Organisationsprojekt nicht bzw. noch nicht umgesetzt wurden, werden Synergien genutzt und die Ressourcen wirtschaftlicher eingesetzt.

Schloss Hofen agiert als Tochtergesellschaft weitgehend selbständig und unabhängig von der FHV. Die Steuerung und Kontrolle durch die Organe der FHV war bisher im Wesentlichen auf das gesellschaftsrechtliche Mindestausmaß beschränkt. Schloss Hofen ist aber rechtlich und faktisch eng an die Vorgaben des Landes gebunden. Dieses sicherte sich sein unmittelbares Mitspracherecht über den unveränderten Zusammenarbeitsvertrag. Das Zusammenwirken von Schloss Hofen mit der FHV ist jedenfalls klar zu regeln und die Präsenz des Geschäftsführers von Schloss Hofen in der neuen Geschäftsleitung der FHV sicherzustellen.

In den Jahren 2003 bis 2007 steigerten sich die Umsätze von rund € 1,46 Mio. auf € 2,25 Mio. Der Eigenfinanzierungsgrad erhöhte sich im selben Zeitraum von 64 auf 71 Prozent. Die Abgangsdeckung des Landes reduzierte sich kontinuierlich und lag im Jahr 2007 bei € 919.200.