Prüfungsbericht

INTEGRA gem. GmbH

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die INTEGRA wurde im Jahr 2004 als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet. Gesellschafter sind zu je einem Drittel die Vereine ARB, Affra und DOWAS. Die drei Vereine haben ihre Arbeitsprojekte in die INTEGRA eingebracht.

Die Bündelung der Arbeitsprojekte war eine wesentliche Voraussetzung für deren Weiterentwicklung. Die ursprünglichen Zielsetzungen, das Beschäftigungsangebot zu verbreitern, das Management zu professionalisieren und die Effizienz zu steigern, wurden weitestgehend erreicht. INTEGRA erfüllt heute einen wichtigen arbeitsmarktpolitischen Auftrag in der Region Unterland. Personen mit unterschiedlichen Vermittlungseinschränkungen, aber auch Jugendliche werden beschäftigt und sozial betreut. Ziel ist es, möglichst viele Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

INTEGRA bietet Beschäftigung in den Geschäftsbereichen Holz, Metall, Reinigung, Umwelt, Nähwerkstatt, Secondhand, Manufaktur und WerkStadt an. Zusätzlich werden Leasingarbeitskräfte auf Stundenbasis vermittelt. Die Geschäftsbereiche bilden weitgehend die früher in den Vereinen etablierten Arbeitsprojekte ab. Neue Geschäftsbereiche wie die WerkStadt entstanden vielfach aus Initiativen der INTEGRA und nutzen zielgruppenspezifische Förderinstrumente des AMS.

Nach der erfolgreichen Fusion der Arbeitsprojekte gewinnt die strategische Ausrichtung der Geschäftsbereiche an Bedeutung. Es gilt, das künftige Produkt- und Dienstleistungsangebot zu spezifizieren, einen Businessplan zu erstellen und die finanziellen Eckwerte in einem mittelfristigen Finanzplan festzulegen. Das Beschäftigungsangebot soll auch künftig geeignet sein, möglichst viele Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Seit dem Jahr 2007 stehen dafür 71 Transitarbeitsplätze zur Verfügung. In den Jahren 2007 und 2008 waren jeweils 228 Personen auf diesen Transitarbeitplätzen beschäftigt.

Erste Ansätze zur Neuausrichtung einzelner Geschäftsbereiche sind in Arbeit. INTEGRA plant ein „Kaufhaus“ einzurichten. Die Aktivitäten aus dem Secondhandladen und der Artefactur sollen an einem Standort zusammengelegt und durch weitere Produkte wie z.B. den Verkauf von Möbeln erweitert werden. Geplant ist auch, mit der Post eine Partnerschaft einzugehen und dies mit dem Verkauf von eigenen Produkten zu verbinden. Die Postpartnerschaft bietet die Möglichkeit, ein Beschäftigungsangebot für Personen mit höherer Qualifizierung anzubieten. Erste Ergebnisszenarien sind positiv, der Start ist im Herbst 2009 vorgesehen.

Starke konjunkturelle und saisonale Schwankungen stellen eine besondere Herausforderung für den Geschäftsführer und die Bereichsleiter dar. Zudem besteht eine hohe Abhängigkeit von der Zuweisungspolitik des AMS.

Die Geschäftsführung hat Administration, Rechnungswesen und Controlling gut aufgebaut und laufend weiterentwickelt. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt durch die Bereichsleiter weitgehend autonom und auf der Basis von Umsatzzahlen. Es erfolgt derzeit keine ergebnisorientierte Steuerung der Bereiche. Die Auftrags- und Kapazitätsplanung sowie die Kalkulationen sind in einzelnen Bereichen noch ausbaufähig. Ein einheitlicher Standard dieser betriebswirtschaftlichen Instrumente ist anzustreben.

Neben einer Beschäftigung bietet INTEGRA noch Unterstützung durch zahlreiche Begleitmaßnahmen wie z.B. Qualifizierung, ärztliche Betreuung, Unterstützung bei Bewerbungen oder individuelle Sozialbetreuung. Die Sozialbetreuung wird derzeit vom DOWAS zugekauft. DOWAS nimmt als Gesellschafter weitgehenden Einfluss auf Art und Umfang der Dienstleistung. Diese Doppelrolle als Gesellschafter und Leistungspartner ist nicht konfliktfrei. Die Gesellschafter sind gefordert, diesen Konflikt zu lösen und dem Geschäftsführer die Entscheidungsfreiheit über den Umfang der Dienstleistung sowie über Eigenleistung oder Fremdbezug einzuräumen. Da die Aufwendungen für die Sozialbetreuung relativ hoch sind, sollten Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet werden.

INTEGRA hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich sehr gut entwickelt. Seit der Gründung wurden positive Ergebnisse erzielt. Im Jahr 2008 konnten Erträge von € 4,07 Mio. erzielt werden. INTEGRA finanziert sich je zur Hälfte aus eigenen Leistungserlösen und aus Förderungen von AMS, Land und Bundessozialamt. Auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 wird es bei gleich bleibender Entwicklung im zweiten Halbjahr möglich sein, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.